vrijdag 5 augustus 2011

Hama (Duitse vertaling: Fred Schywek)

HAMA
Diesen Sommer drehen da Seegräser mit
auf den Wassermühlen von Hama.
Zu Stück gerissene Erinnerung?
Das alte Aquädukt soll sie nicht mehr
fallenlassen. Wo einst der Acker lag
gibst jetzt Trost vom Alt-Hama-Poster:
es ist Assad, Vater und Sohn
sowie 30.000 Toten. Sieh’
wie explosiv sie wachsen,
ein Jahr überwuchern
darüber das Städtchen schweigt.
Als ein Kind das sich erwicht fühlt,
zwanzig Jahre später:
Kollektive Erinnerung,
warten auf die Mitfahrgelegenheit.
Ein Karren, ratternd und tatternd,
ohne irgend ein Ziel.
Das feste Repertoire des Geschichtenerzählers
Den Niemand gesehen hat.
Irgendwo werd’ ich ihm finden,
sagt der Lonely Planet.
Sein’ Welt steht einladend
Auf einer Spalt. Wie das Fenster.
Wo anders, Weltentfremdet:
zwei alte Menschen
im Campingbus bei dem Orontesfluß.
Belgier überraschenderweise.
Sie schält einen Apfel,
er erzählt die Geschichte,
in Stücken, in Brocken.
*
Haß bleibt kleben, als Kratzer einer Schallplatte,
in Unverständnis, als Erinnerung angstvollen Vermutung,
als verschaltes Bier nach Thekenschluß,
währenddessen der Regen jankt auf den Bürgersteig
und der langsam sich verändert in Blätter
aus einer betrunkene Wüste mit dem wankenden Kamel
von einer angstvollen Vermutung.
Die Platte hängt, so klinkt der jaulende Muezzin
das du tot bist so wie verirrten Schafen
in der späten Nachmittagssonne. Kein Schäfer zu spüren
so lange Geschichte noch reicht, das ist weiter
als deine Schweigepflicht. In unlesbarer Wirklichkeit
gehört eine Arabische Zeitung mit Würgegeräuschen
und Arabesken vor dem Schein, mit Nescafé Täßchen
auf Kosten der Baath Partei.
Haß hängt immer noch auf dem Ufer des Orontes,
in meiner unterkühlten Wüste, airconditioned
in der Spiegelung von dem großen Minarett
die heute morgen noch meine alte Liebe herausposaunte.

German translation: Fred Schywek